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hg_news iconpre europeans - croatia open 2005
...insgesamt konnten fünf tasks bei super wetter geflogen werden. der bewerb begann mit zwei tagen verzögerung, da der gefürchtete bora den veranstaltern zunächst einen strich durch die rechnung machte. am dienstag ging es jedoch endlich los.
es folgen nun ein paar kleine storys zu den einzelnen tasks aus meiner sicht. wer nicht weiss wer ich bin --> günther wurm, seit australien für insider alias matemate tongue. da ich mich in zwischen mit ach und krach in die top 25 der hg liga austria vorarbeiten konnte und nicht jeder zeit hat eine woche nach kroatien zu reisen, hatte ich glück und ich durfte bei dieser vor em dabei sein. neben unseren nationalteam piloten gerolf heinrichs, robert reisinger, michael friesenbichler, seppi salvenmoser, tom weissenberger und walter mayer, bildeten wolfi siess (prinzl) und elmar christl aus dem ländle das drei mann B-team für österreich.

foto: tt (fesche burschen)


Task 1 - 131,5 km (21.06.): das tasksetting ging leider voll daneben. der geplante 130km flug endete fast für das gesamte feld an der ersten wende. start war am weststartplatz am ucka. die erste wende (ca. 5km richtung westen vor buzet), entwickelte sich zu einem fetten gegenwindschenkel. der westwind nahm auf bis zu 30kmh zu. nur oleg, alonzi und weissenberger konnten der zweiten wende nahe kommen. mir selbst ist es an diesem tag eigentlich sehr gut ergangen. konnte ich mich doch nach einem low save nochmal per soaring lift in die höhe schrauben und mich noch an so manchen, am boden stehenden piloten, vorbeischwindeln. mein ziel bei dieser vor em hatte ich meiner meinung nach realistisch gesteckt. ich wollte den bewerb in der vorderen hälfte beenden und mit platz 27 nach task 1 war das soll mehr als erfüllt...

Task 2 - 102,6 km (22.06.): so ging es hochmotiviert wieder auf den ucka. der westwind war immer noch zu stark und somit konnte wieder nicht auf dem hausstartplatz, der richtung süden ausgerichtet ist, gestartet werden. das taskkomitee war bei der streckenplanung an diesem tag etwas vorsichtiger. doch der eindeutig schwächer gewordene wind und gute kumulusausbildungen sollten doch auf alle fälle einen 100km task zulassen. den ersten tag hatte ich am start schon ein wenig verschlafen! dies sollte mir nicht noch einmal passieren und so passte ich mich ein wenig der ellbogentechnik inmitten von knapp 120 piloten an und ergatterte eine startposition im ersten drittel. bei der hitze und einer starthöhe von gut 600m kommt man da ganz schön ins schwitzen. dies ging wohl etwas auf kosten meiner konzentration, und so lies ich mich verleiten, bei nicht ganz so guten windbedingungen zu starten. mit folgen!!! drachen zu hastig aufgenommen, schlampiger anstellwinkel, zu früh in den gurt gestiegen und etwas seitenwind. schlimmer gehts nicht. der startplatz ist ziemlich flach, da sind solche fehler unverzeihlich und so konnte ich nur mehr crashen. zuvor streifte der linke flügel bergseitig, mit etwas glück wäre ich vielleicht sogar noch weggekommen, doch als die linke unterverspannung bei einem großen stein einfädelte, war es zeit die hände vom trapez zu nehmen. in bruchteilen von sekunden waren beide trapeze in mehrere bruchstücke zerlegt, die unterverspannung abgerissen, das segel mehrere löcher! ich konnte es selbst kaum glauben, als ich unter dem drachen hervorkroch, aufstand und praktisch keinen kratzer hatte! aus und vorbei dachte ich mir und stellte mich schon auf rückholunterstüzung für gottl ein.
unsere jungs flogen in der zwischenzeit einen guten task. robert wurde 2., friesi 5., gerolf 8., seppi 15., tom 33., walter 36., elmar 86. und prinzl bekam vorerst wegen einem gps fehlers minimum distanz. dies wurde jedoch noch korrigiert und es müsste am ende platz 93 gewesen sein.
im goal hatte sich mein spektakulärer startcrash schnell herumgesprochen. dadurch kam ich zufällig mit oliver barthelmes ins gespräch. er fragte mich, was alles bei meinem gleiter kaputt sei. etwas demotiviert, mit dem glauben, dass da sowieso nichts mehr zu machen sei, zählte ich die schäden auf. doch oli meinte, er habe unterverspannungsseile und klebesegel dabei, wenn holm und flugrohre nichts abbekommen haben, dann müsst der schaden zu beheben sein. das lies ich mir nicht zweimal sagen und als wir im quartier ankamen, begann ich sofort meinen drachen zu zerlegen. besser gesagt friesi und seppi. ich durfte den handlanger spielen. schnell war der drachen abgetucht und es schien tatsächlich, das holm und rohre heil geblieben waren. sehr zu meiner freude. das trapez hatten wir schnell wieder zusammengebastelt. danke teammates wink. am nächsten morgen holte ich friesi früh aus dem bett und wir fuhren zu oliver, der am südstartplatz campierte. in knapp zwei stunden war mein drachen wieder flugtauglich...

Task 3 - 95,8 km (23.06.): und wieder ging es auf den ucka. den konnte zwar keiner mehr sehen, denn die anreise auf diesen berg dauerte fast eine stunde auf einer schotterbergstraße in nicht gerade einwandfreiem zustand. ziemlich beschwerlich das ganze. heute sollten es wieder knapp 100km werden. ein zickzackkurs quer durch istrien. verständlicherweise lies ich es diesmal etwas ruhiger angehen und ich hatte keine ambitionen mich wieder durch das starterfeld zu boxen. so reihte ich mich als vorletzter ein. nur ein kroate, der ebenfalls einen fehlstart am vortag produzierte, startete nach mir. 10 min. warten auf eine gute startfase, volle konzentration und ich erhob mich wieder in die lüfte. etwas mulmiges gefühl, da ich nicht wusste, ob mein drachen auch gerade aus fliegen würde. doch alles perfekt, der drachen flog gleich gut wie vor dem crash. vielleicht ein etwas besseres handling smile. ich flog den ganzen task dem feld hinterher. doch es lief gut und ich fand mich in der hügeligen umgebung gar nicht so schlecht zurecht. beinahe hätte ich sogar das goal gesehen, doch ca. 9km vor dem ziel musste ich mir ein landefeld suchen. robert war leider auch nicht im goal und kam 4km weiter als ich. walter musste 3 km hinter mir zu boden. gerolf gewann den tag und friesi wurde wieder hervorragender 5.! seppi 7., tom 15., robert 44., walter 54., elmar 78. und prinzl 96.. für mich schaute der 53. platz heraus. eigentlich genau im sollbereich meines zieles...

Task 4 - 132,3 km (24.06.): endlich hatte der wind gedreht und wir konnten am südstartplatz starten. wir hatten wieder prachtwetter und heute sollte wieder ein größerer task drinn sein. wieder zickzack durch istrien. ich startete diesmal wieder im mittelfeld und konnte erstmals den 5km entfernten startsektor rechtzeitig erreichen. ein faszinierender anblick, mit ca. 50 - 60 drachen richtung erster wende loszustarten. überall vollgespannte kisten, welche nur ein ziel vor augen haben. an der ersten wende war ein relativ enger bart mit mässigem steigen. da wurde es ganz schön eng. doch egal, respektlos höhe tanken und auf richtung zweiter wende. schnell begannen die pulks zu zerbrökeln und da ich das spitzentempo natürlich nicht halten konnte, war ich schnell wieder auf mich alleine gestellt. ich spürte heute doch etwas die auswirkungen von meinem crash. ich wurde eigentlich immer langsamer. die vorletzte wende führte genau am goal vorbei. da sah ich schon die ersten ins zeil preschen. ich hatte noch ca. 50km als ich zu elmar und prinzl aufschloss. die letzten zwei wenden lagen im flachland und das wolkenbild versprach keine gute thermik mehr. nach und nach löste sich alles auf. ich hatte keine lust, irgendwo im flachland abzusitzen und so entschloss ich mich den gleitwinkel zum goal nicht mehr zu verlassen ehe ich mich auf die goalanflugsspur begab und mal eben einen endanflug trainierte. gottl wollte mir schon gratulieren, wäre ich doch als ca. 10. im goal gestanden wink. prinzl und elmar wollten doch noch jeden km rausschinden und flogen weiter. brachte aber, wie vermutet, nichts mehr ein. nach wenigen kilometern waren beide am boden. prinzl mit kaputter keule, schlug er doch mit rückenwind in einem maisfeld ein. elmar mit zerstörter basis ein paar hundert meter vorher. doch gott sei dank nur sachschaden.
unsere teamjungs flogen wieder ziemlich geschlossen ins spitzenfeld. 4. gerolf, friesi als 5. wieder auf seinem stammplatz, robert 7., tom 10., seppi 14., walter 54. (das hatten wir auch schon), prinzl 71., elmar 72. und ich 74...


Task 5 - 89,3 km (25.06.): ein etwas einfacherer task der entlang der hauptridge abgeflogen werden konnte. knackpunkt war sicher die zweite wende im etwas flacheren westen. wer zuviel riskierte stand dort am boden. das betraf an diesem tag speziell oleg bondarchuck, der somit seine siegchancen entgültig vergab. ich matchte mich an diesem tag hauptsächlich mit prinzl. obwohl er eine 3/4 stunde früher als ich startete, hatte ich am startsektor glück und konnte das rennen mit einem halben bart vorsprung auf prinzl beginnen. nach ca. der hälfte des tasks kam wolfi mir immer näher und er war etwa 100m unter mir, ehe ich einen bart mit mässigem steigen nich zu ende kurbelte und mich richtung vorletzter wende aufmachte. das war genau die wende an der schlüsselstelle und schnell bemerkte ich, dass meine entscheidung wohl etwas zu kühn war. wolfi kurbelte den bart zu ende und preschte mir hinterher. ich versuchte im besten gleiten zu fliegen und keinen meter zu verschenken. prinzl war das egal, haupsache er holte mich ein und so schoss er rund 50m tiefer unter mir durch. das war dann noch kühner als meine entscheidung smile. wir schlossen zu einem ca. 200m tiefer drehenden pulk auf. wir versuchten auch an dieser stelle höhe zu machen, aber da war nichts. also flogen wir im flachen weiter richtung wende. ca. 5km vor der wende registriete ich ein leichtes steigen auf meinem vario. vielleicht ein halber meter, aber die situation erinnerte mich sofort an den schöckl xc des heurigen jahres. ich drehte mit voll gespanntem drachen ein um das grossflächige schwache steigen optimal zu nutzen. prinzl flog wie schon am schöckl einfach weiter. das war mir in diesem augenblick egal, ich wusste wir brauchen jeden meter. ich hatte rund 70m höhe gewonnen, als ich wolfi schon tief von der wende zurückfliegen sah. ich machte mich nun auch auf richtung wende und geradeaus wieder zurück in den schwachen bart. prinzl bereits im landeanflug. ich drehte wieder knapp 100m auf, das sollte reichen um die rettende rich am startplatz zu erreichen. es klappte und ich flog richtung letzter wende die praktisch genau zwischen mir und goal lag. ich drehte nochmals ordentlich auf, eigentlich viel zu hoch, aber ich wollte unbedingt ins goal. das gelang dann auch und ich flog erstmals bei dieser vor em über die ziellinie. zwar mit einiger verspätung aber was solls. ein versöhnlicher abschluss. den tag gewann friesi und er sicherte sich somit den 2. gesamtplatz. robert wurde 3., gerolf 5., seppi 6., walter 19., ich 56., wolfi 72., tom hat riskiert und wurde 81., elmar hatte schmerzen von seinem landecrash vom vortag und gab auf. er wurde 103..

für team österreich eine gelungene generalprobe. mit den plätzen 1 gerolf, 2 friesi, 4 seppi, 6 robert, 29 tom, 38 walter, 77 ich, 90 wolfi und 91 elmar. team austria 1 gewinnt die nationenwertung vor frankreich und der schweiz. team 2 zumindest nicht letzter und wird 18. von 28 nationen.

tracklog von task 5 - gut zu erkennen die ridge. das blau lässt das herrliche panorama erahnen smile
16 Jul 2005 by webmaster
3 comments

by frisooo @ 16 Jul 2005 02:10 pm
+task5: mate mate wörmo fliegt ins goal!!!

by Martin @ 18 Jul 2005 10:46 pm
Hi Cowboy! Thanx für den Bericht ... damit die Daheimgebliebenen auch was davon haben!

by BlackyRider @ 19 Jul 2005 09:17 pm
Hoi Mate´s! Geniale Story!
I hoff des Wetter da im Ösiland wird auch bald mal wieder besser damit die Dragons wieder von der Kette gelassen werden können!

C ya in Tirol
Blacky

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